7. Was machen wir, wenn wir trotz alledem Urlaub machen möchten?

Ein Tapetenwechsel kann Wunder wirken. Im sogenannten „Zahnarzt-Tourismus“ gibt es mittlerweile Hotels, die sich komplett auf Gäste spezialisiert haben, die nach Kiefer-OPs nicht kauen können. Dort gehört Soft Food zum guten Ton, es stehen Mousses, feine Suppen und Terrinen auf der Speisekarte, und niemand schämt sich dafür.

Aus meiner Sicht als Küchenchef gebe ich Ihnen einen goldenen Rat. Kommunizieren Sie mit dem Reiseanbieter oder Hotel, aber vor der Reise. Rufen Sie im Hotel an. Wenn Sie am Telefon erklären: „Mein Mann braucht die Konsistenz von cremigem Joghurt, bitte keine Fasern“, dann können sie es bestimmt vorbereiten und sonst einfach ein anderes Hotel suchen. Vielleicht sind die Köche dort stolz darauf, Ihnen extra etwas zu zaubern. Und wählen Sie Ihr Ziel schlau. Italien ist zum Beispiel ein Paradies für Menschen mit Schluckstörungen. Risotto, Polenta, Gnocchi, Panna Cotta, das ist alles von Natur aus weich und gleitfähig. Dort fällt man gar nicht auf, wenn man nicht kaut.
Urlaub ist kein Ernährungsplan-Optimierungs-Camp. Wenn es eine Woche lang nur Rührei, Kartoffelbrei und Eiscreme gibt, weil das sicher klappt und glücklich macht, dann ist das genau richtig so.

Essen mit einer Schluckstörung – Fragen an den Experten

Wer nicht mehr schlucken kann, ist auf Breikost angewiesen. Aber vergeht uns da nicht der Appetit? Und was muss alles beachtet werden, um trotzalledem die Ernährung sicherzustellen? Was kann ich als Angehöriger tun?

Ronny Kunze ist Küchenchef in der Geriatrischen Klinik „Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER“ in Basel. Er hat eine ganz besondere Art, den Patienten die Freude am Essen zu bewahren und medizinische Aspekte scheinbar mühelos zu integrieren. Ich durfte ihn auf einer kulinarischen Reise unter besonderen Bedingungen begleiten. Den Reisebericht mit 13 Stationen können Sie immer dienstags lesen.

Weitere Informationen unter: https://www.linkedin.com/in/ronny-kunze/